Der OSC.
Eine Geschichte.

Die Vereinsgeschichte des OSC

Im Jahre 2009 feierte der Osnabrücker Sportclub sein 160jähriges Jubiläum, obwohl dieser moderne Großverein mit rund 8000 Mitgliedern und einer breiten Palette sportlicher Aktivitäten unter dem Namen OSC erst seit 40 Jahren antritt. Am 7. Mai 1969 schlossen sich nämlich zwei traditionsreiche Turnvereine Osnabrücks, der Männerturnverein von 1849 und der Osnabrücker Turnverein von 1861, zum OSC zusammen, um die Aufgaben der Zukunft gemeinsam zu meistern.

Die Fusion stand von Anfang an unter einem glücklichen Stern, weil zwei große und gesunde Partner gleichberechtigt in die Verhandlungen gingen, die Chemie der handelnden Personen stimmte und beide Vereine - trotz sportlicher Rivalität - schon lange freundschaftlich verbunden waren. Diese Freundschaft und ganz konkrete gemeinsame Aktivitäten von MTV und OTV in der Frühzeit beider Vereine erstaunt im Rückblick umso mehr, als Gründungsintenionen und sozialer Status der Mitglieder in der Anfangszeit nicht unterschiedlicher hätten sein können.

So gründeten in der kurzen Phase "bürgerlicher Freiheiten" während der Revolutionsjahre 1848/49 am 28. Oktober 1849 Zigarrenarbeiter und Handwerksgesellen unter der Leitung des Tischlermeisters Johann Heinrich Schucht einen Arbeiterbildungsverein, der in seinen Statuten auch die Körperertüchtigung vorsah. Diese Aufgabe übernahm mit einer gewissen Eigenständigkeit der MTV. Nach dem Scheitern der 1848er Revolution führte das tiefe Misstrauen gegenüber Turnvereinen als Träger demokratischer und einheitsstaatlicher Ideen in den folgenden Jahren zu einer polizeilichen Überwachung und obrigkeitlichen Gängelei des MTV.

Unter dem Druck der politischen Verhältnisse konzentrierte man sich fast ausschließlich auf das Turnen, so dass der MTV trotz primitiver Bedingungen - geturnt wurde anfangs ausschließlich im Freien auf dem Rabenkamp und später im baufälligen, ungeheizten Leggesaal des alten Rathauses - überlebte.

Ganz anders verlief die Gründungsphase des OTV. Die Deutsche Turnerschaft verhielt sich - vor einem nationalkonservativen Hintergrund - inzwischen politisch neutral, als "gehobene" bürgerliche Schichten am 9. Juli 1861 den Osnabrücker Turnverein gründeten. Treibende Kraft war der Architekt Schultze, erster Sprecher (Vorsitzender) wurde der damalige Stadtsekretär und spätere Regierungspräsident Dr. Stüve.

Gemeinsame Interessen führten den MTV und OTV bereits im Jahre 1861 in der "Osnabrücker Gesellschaft zur Errichtung eines Turnplatzes" zusammen. In kürzester Zeit wurde das nötige Kapital aufgebracht und auf der "Ratswiese" direkt an der Hase (heute Turnerstraße) für rund 2500 Thaler eine einfache Turnhalle als Fachwerkbau errichtet und mit einem gemeinsamen Schauturnen am 25. Mai 1862 feierlich eingeweiht.