Bericht zur JHV des Osnabrücker Sportclubs.

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Osnabrück, den 14.September 2021
Das Coronajahr 2020 hat den Osnabrücker Sportclub wirtschaftlich vor viele Herausforderungen gestellt und zahlreiche, teils schwere  Aufgaben, für die Zukunft mit auf den Weg gegeben. Einen Rückblick und Ausblick gab es auf der Jahreshauptversammlung vor einer enttäuschenden Anzahl an Mitgliedern. Hier ein erster Bericht.
„Der OSC hat das Jahr 2020 erst mal solide überstanden, auch 2021 könnte der größte Verein der Stadt ohne größere Verluste überstehen. Was Sorgen macht, ist der Blick über das Jahresende hinaus“, so eröffnete Thomas Levien in seiner Funktion als 1. Vorsitzende die Versammlung vor nur 70 Zuhörern.
„Corona ist finanziell noch nicht vorbei“, ergänzte Schatzmeister Heiko Engelhard den Mitgliedern (bei Abstandspflicht und 3G-Status) nachdrücklich mit auf den Weg. Für 2020 konnte er ein Plus von 78.100 Euro ausweisen, für 2021 ist im Wirtschaftsplan ein Minus von rund 10.000 Euro vorgesehen, wobei die endgültige Prognose zum Jahresergebnis auch Mitte September noch unsicher war: Zu sehr habe man schon 2020 als „Berg- und Talfahrt über das gesamte Jahr“ erlebt. Sicher ist nur, dass bis zum Jahresende nichts sicher ist. Dass 2020 am Ende ein Überschuss stand, war vor allem öffentlichen Zuschüssen, Corona-Hilfen, Kurzarbeit und gesparten Übungsleitervergütungen zu verdanken, skizzierten Engelhard und Levien. Die Einmaleinnahmen von 285.000 Euro für den Rückkauf des Kunstrasenplatzes durch die Stadt (gehen direkt als Sondertilgung des damaligen Baukredits an die Sparkasse und senken zu einem kleineren Teil die Zinslast).


Mitgliederminus kostet uns Hunderttausende
Für die Konsolidierungsbemühungen des OSC sei es wichtig gewesen, solide durch 2020 zu kommen, erklärte Engelhard. Das gesunde finanzielle Wirtschaften beizubehalten, wird aber auf Dauer nicht einfacher, denn Einmaleinnahmen kommen nicht so schnell wieder und die Mitgliederzahlen befinden sich weiter im Sturzflug. Zum 1. Oktober dieses Jahres meldet der OSC 5905 Mitglieder – eine Zahl, die auch von der OSC-Spitze nicht so drastisch erwartet worden war. Vor der Coronakrise hatte der Club am 31. Dezember 2019 noch 8372 Mitglieder gezählt. Ohne die Solidarität der Mitglieder, die ihre – zuletzt 2019 erhöhten – Beiträge weiterzahlten, „hätte der Verein das Jahr 2020 nicht überstehen können“, sagte Engelhard deutlich. In Zukunft fehlen mit 30 Prozent weniger Mitgliedern aber auch deren Beiträge auf der Habenseite, rund 600.000 Euro pro Jahr im Vergleich zur Zeit vor Corona. Ohne Einsparungen werde es daher vorerst nicht gehen.
„Wir werden in naher Zukunft ringen und schwierige Entscheidungen treffen müssen, was sich der Verein noch leisten kann“, sagte Engelhard. Das volle finanzielle Ausmaß der Corona-Pandemie werde „erst 2022 sichtbar“ werden, wenn es womöglich keine öffentlichen Hilfen mehr geben werde. Die Rückgewinnung von Mitgliedern, die schwerpunktmäßig im Fitnessstudio „Aktivital“ verloren gingen, wird ein zentrales Thema für den OSC sein müssen, um finanzielle Spielräume zu schaffen. Der kurzfristige Sparkurs darf keine Dauerlösung sein, weiß auch Engelhard: „Noch mehr Leistungen zu streichen, ist keine Strategie für die Zukunft.“


Ehrungen: Frömbling 90 Jahre im Verein
Den größten Applaus des Abends erntete Heinz Frömbling: Der 96-Jährige wurde nachträglich für 90 Jahre Mitgliedschaft im Verein geehrt – eine Treue, „die auch ich in meiner langen Amtszeit noch nicht erlebt habe“, sagte Levien.



Levien wiedergewählt - Trio bleibt, Hörnschemeyer verjüngt den Vorstand
Bei den Vorstandswahlen wurde der 1. Vorsitzende, der seit 2003 im Amt ist und in den Auswirkungen der Coronakrise nicht das Vorstandsteam alleine lassen will, einstimmig bestätigt.
Im Vorstand wurden auch Schatzmeister Engelhard und der stellvertretende Vorsitzende Dirk Reker einstimmig wiedergewählt. Neu in der OSC-Führungsriege ist Jannis Hörnschemeyer. Der 28-jährige Fitnessökonom und Sportreferent gewann eine Kampfabstimmung gegen Milan Todorovic deutlich.


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