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Leichtathleten auf Bundesebene erfolgreich

 

Mönchengladbach. - 3, 5, 6, 12 und 16. Nein, es sind nicht die Lottozahlen des Wochenendes. Es sind die Platzierungen unserer Leichtathleten, der Aktiven der LG Osnabrück, bei den Deutschen Meisterschaften der U18 + U20 im Mönchengladbacher Grenzlandstadion. Selten war die Leichtathletikgemeinschaft (LG) Osnabrück mit ihren Stammvereinen TSG 07 Burg Gretesch und Osnabrücker Sportclub beim Saisonhöhepunkt für den Nachwuchs erfolgreicher.

Bronze Fabian Dammermann komplettierte seine diesjährige DM-Medaillensammlung. Nach Gold in der Halle und Silber mit der 4 x 400 m-Staffel nun also Rang drei. Angetreten als aktuell bester deutscher U20-Viertelmeiler, stand er  - nicht zuletzt auch aufgrund seiner zwei beherzten Läufe bei den U20-Weltmeisterschaften in Bydgoszcz eine Woche zuvor - bei vielen Leichtathletikexperten ganz vorn auf der Tippliste. Aber schon der Vorlauf machte deutlich. Sieben Rennen in acht Wochen, alle unter höchstem Druck mit dem Ziel Qualifikation WM oder DM-Medaille für die Vereinsstaffel – sind für einen Newcomer in der deutschen Spitze eine nicht zu verachtende Belastung. Im Endlauf musste der Abiturient des Carolinums zwei Kollegen aus der Nationalstaffel den Vortritt lassen. Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz) und Manuel Sanders (TSG Dülmen) siegten. Dann aber Fabian, der mit 47,87 sec noch einmal eine tolle Leistung zeigt und mit einmal mehr überaus schnellen letzten 100 m (unter 12 Sekunden) das übrige Feld souverän hinter sich lässt.

6,41 - 6,47 - 6,61  - 6,53 - 6,75 - 6,68. Die Sprungserie des 17-jährigen Felix Hasselmann verdeutlicht, welch tollen Wettkampf der Gesamtschüler liefert. Sechs gültige Versuche, viermal dabei die Bestleistung gesteigert. Im dritten Sprung vom zwischenzeitlichen zehnten Platz noch auf Rang acht und in den Endkampf gesprungen. Und als man Felix im Endkampf die rote Laterne überreicht, wehrt sich dieser mit einem Satz auf 6,75 m. Rang sechs – ein Riesenerfolg. Fast genau sieben Monate zuvor, am Vortag von Heiligabend, hatte Felix sich einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen. Mönchengladbach war erst sein zweiter kompletter Weitsprungwettkampf der Saison. „Danke an unseren Sportarzt Stefan Schilling, das centrumed Athletik und meinen Trainer Anton Siemer, die alles getan haben, damit ich schnell wieder fit wurde.“ Zwei Jahre zuvor war Felix bei der U16-DM in Köln Achter geworden (mit 6,24 m). Erste Hochrechnungen sagen für 2018 in der U20 7,26 m und Rang vier voraus.

Gemeinsam gingen Fabian und Felix, verstärkt durch Robin Mellenthin und Finn Stuckenberg über 4 x 100 m, an den Start. Alle sind – wie auch die Ersatzsprinter Marian Backs und Adrian Düring – mit Leib und Seele Mannschaftssportler. Nur einmal kam die Staffel vor Mönchengladbach zum Einsatz, gemeinsames Training war aufgrund der WM-Teilnahme von Fabian kaum möglich. Der Teamgeist überwand alle Probleme, im Nieselregen lief das Team mit Saisonbestzeit von 42,75 sec ins Finale. Und überraschte dort im nun strömenden Regen ein weiteres Mal – Platz fünf mit unter diesen Umständen guten 42,95 sec. Die beste DM-Platzierung einer Osnabrücker 4 x 100 m-Staffel ever – grandios.

Nils Huhtakangas sicherte sich quasi in der Verlängerung über 2.000 m Hindernis die Fahrkarte zur DM. Als norddeutscher Meister der U18 hatte er in Berlin die Norm knapp verpasst. Bei den norddeutschen Titelkämpfen der U20 in Rostock gelang ihm dann eine Woche später die Qualifikation. In Mönchengladbach überzeugte er bei seinem ersten DM-Start im Stadion mit einem couragierten Lauf. Rang zwölf als bester Niedersachse und die Bestzeit von 6:24,48 min waren der Lohn. Nicht auszudenken, was mit einer besseren Hindernis- und Wassergrabentechnik und ohne die kraftzehrende Fahrt nach Rostock möglich gewesen wäre.

Der 15-jährige Finn Stuckenberg war einer der jüngsten Teilnehmer in Mönchengladbach. Und das auf den anspruchsvollen 400 m. In Kassel war er maßgeblich an der Silbermedaille der 4 x 400 m-Staffel beteiligt. Im Grenzlandstadion sah es lange nach dem A-Finale aus. Dann forderten die Belastungen der letzten Wochen ihren Tribut – 51,00 sec bedeuten die Qualifikation fürs B-Finale. Dort bleibt die Uhr nach 51,26 sec stehen. Platz 16 im ersten U18-Jahr – Finn kann stolz auf eine mehr als bemerkenswerte Saison 2016 sein.