Wasser, Wind
und Wellen

Faszination Windsurfen

Während die Älteren von uns das Windsurfen noch mit unhandlichen Brettern und schwerfälligen Dreieckssegeln verbinden, so hat die heutige Generationen oft gar keine Vorstellung mehr von dieser Sportart und denkt bei „surfen“ hauptsächlich ans „Surfen im Internet“ oder vielleicht noch ans „Wellenreiten“.

Aber Windsurfen ist mehr!

Es ist fast schon eine Sucht, ein Rausch, auf jeden Fall eine Herausforderung und ein Extremsport. Und Windsurfer sind eine Gemeinschaft.

Als ich vor mehr als 30 Jahren meinen Windsurf-Grundschein am Dümmer gemacht habe, war ich anfangs alles andere als begeistert. Langsames rumschippern auf dem See, häufiges reinfallen und dieses ständige Auf-, Um und Abriggen. Glücklicherweise hatte ich einen Zwillingsbruder, der schon vom Windsurf-Virus infiziert war und der mich dann immer wieder aufs Brett gejagt hat. Als ich dann das erste Mal das “Gleiten” (die schnelle Fahrt über das Wasser, ähnlich einem Schnellboot) erlebt hatte, war es um mich geschehen. Auch ich war infiziert und ich habe bis heute -zum Glück – noch keine Heilung gefunden.

Für mich gibt es kaum etwas Schöneres als einen perfekten Surftag. Manchmal muss man dafür weit fahren oder fliegen. Auch muss man öfter auf den richtigen Wind gewartet werden. Nicht selten kommt es vor, dass man fast weggeweht wird oder halb erfriert, aber das Windsurfen schreibt immer wieder schöne Geschichten, die einem im Gedächtnis bleiben.

Aber Windsurfen ist mehr als die bloße Ausübung einer Sportart. Es ist für viele eine Lebenseinstellung und eine besondere Atmosphäre, die diesen Sport umgibt. Wenn ich Freunden von meinen Erlebnissen erzähle, merke ich, dass man auch ihnen ein Leuchten in die Augen zaubern kann, ohne dass sie jemals windsurfen waren.

Jedes Mal überkommt mich eine Vorfreude, wenn auf der Web-Seite von Windfinder.com guter Wind vorhergesagt wird. Wenn ich dann den Anhänger mit den Brettern und Segeln fertig mache und schon auf der Hinfahrt sehe, wie sich die Bäume biegen, und mir am Strand der Wind kräftig in das Gesicht weht, dann weiß ich, dass kann ein richtig geiler Tag werden.

Man geht an den Strand und fragt nach, welche Segelgröße denn heute angesagt und welche Brettgröße geeignet ist. Baut man dann endlich sein Material auf, erfährt man eine Gemeinschaft voller Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft. Und egal wie gut der Surftag wieder war, der Austausch mit anderen Surfern macht ihn zu einem richtig guten Tag. Wenn man abends allein oder noch besser mit Freunden am Wasser steht, eventuell die Sonne langsam untergeht, vielleicht noch ein Bier in der Hand hat und alle total erschöpft sind und trotzdem mit einem breiten Grinsen im Gesicht auf den nächsten guten Tag warten, dann weiß man, warum man diesen Sport ausübt.

In meinen mittlerweile 31 Jahren Windsurfer Daseins habe ich oft solche Situationen erlebt und dabei viele nette Leute kennengelernt und Freundschaften geschlossen. Hinzu kommt, dass ich durch diesen Sport viele interessante und schöne Orte kennengelernt habe.

Mit diesem Bericht hoffe ich, ein wenig von dieser Faszination an andere Sportler und Sportlerinnen weiter zu geben und sie zu motivieren, auch einmal damit anzufangen. Wer einen kleinen Anschub benötigt, ist herzlich eingeladen einmal zum Surfertreff im OSC zu kommen. Er findet regelmäßig am ersten Donnerstag im Monat um 20:00 Uhr im Sportlertreff statt.

Bernd Vonheiden


Windsurfen 1991 - Heute